
Die Nabelschnur – mehr als nur die Leitung zum Kind
Während der Schwangerschaft wird das Kind über die Nabelschnur mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt, gleichzeitig werden Kohlenstoffdioxid und Abbauprodukte über die Nabelschnur und die Plazenta abgeführt. Dies geschieht über die beiden Arterien und die Vene im Inneren der Nabelschnur. Das umliegende bindegewebsartige Nabelschnurgewebe, auch Wharton’sche Sulze genannt, stabilisiert dabei die Nabelschnur. Dieses Nabelschnurgewebe enthält eine große Anzahl sogenannter mesenchymaler Stammzellen. [1]
Mesenchymale Stammzellen – Potenzial für die regenerative Medizin
Im Nabelschnurgewebe kommen die mesenchymalen Stammzellen (MSC) in besonders großer Zahl vor. Sie haben das Potenzial, sich unter bestimmten Bedingungen in eine Reihe unterschiedlicher Körpergewebszellen zu entwickeln, beispielsweise Knochen- und Knorpelzellen, Nervenzellen oder Fettzellen (vgl. Abb. 1). [1,2]
Im Körper können MSC in geschädigtes Gewebe einwandern. Dort haben sie die Fähigkeit, noch gesunde Zellen zur Teilung anzuregen oder das Immunsystem zu beeinflussen. [3,4]

Vita 34, FamiCord AG
Forschung in verschiedenen Entwicklungsstufen
Durch diese vielseitigen Fähigkeiten sind MSC vor allem für die regenerative Medizin interessant, die sich mit dem Ersatz oder dem Wiederherstellen von geschädigten Geweben und Organen befasst.
Mesenchymale Stammzellen in der präklinischen Forschung
In der präklinischen Phase werden die regenerativen Ansätze in Zellkultur- und Tiermodellen untersucht. Der Einsatz der MSC aus Nabelschnurgewebe wird derzeit für unterschiedliche Gewebe und Organe erforscht, beispielsweise zur:
- Regeneration von Knorpelgewebe [5]
- Regeneration von Knochendefekten [6]
- Regeneration von Rückenmarksverletzungen [7]
- Verbesserung der Wundheilung der Haut [8]
- Behandlung von Lungenfibrose [9]
Mesenchymale Stammzellen in der klinischen Forschung
In der klinischen Forschung werden MSC aus Nabelschnurgewebe nicht nur auf Sicherheit und Verträglichkeit, sondern auch bereits auf ihre Wirksamkeit bei unterschiedlichsten Krankheitsbildern untersucht. Weltweit laufen klinische Studien zum Einsatz von MSC aus Nabelschnurgewebe unter anderem bei:
- Neurologischen Erkrankungen [10-12]
- Autoimmunerkrankungen [13-22]
- Infektionskrankheiten [23,24]
- Onkologischen Erkrankungen [25]
- Gynäkologischen Erkrankungen [26]
Die Studien befinden sich in unterschiedlichen klinischen Phasen und reichen von Phase 1 (Sicherheit und Verträglichkeit) über die Phase 2 (Sicherheit und Dosisfindung) bis hin zur Phase 3 (Wirksamkeit und Sicherheit).
Davies JE, Walker JT, Keating A. Stem Cells Transl Med. 2017;6(7):1620-1630
Galieva LR, et al. 2017. Front Pharmacol. 2017 Sep 8;8:628
Jin HJ, et al. Int J Mol Sci. 2013 Sep 3;14(9):17986-8001.
Marino L, et al. 2019. Int J Stem Cells. 2019 Jul 31;12(2):218-226
Park YB, et al. Osteoarthr Cartil. 2017;25(4):570-580
Kargozar S, et al. J Biomed Mater Res Part B Appl Biomater. 2018;106(1):61-72
Yang C, et al. Stem Cell Res Ther. 2018;9(1):136
Ertl J, et al. Placenta. 2018;65:37-46
Moroncini G, et al. PLoS ONE. 2018;13(6):e0196048
ClinicalTrials.gov. NCT05909488
ClinicalTrials.gov. NCT03378414
ClinicalTrials.gov. NCT06146062
ClinicalTrials.gov. NCT06231771
ClinicalTrials.gov. NCT06485648
ClinicalTrials.gov. NCT05962762
ClinicalTrials.gov. NCT06058091
ClinicalTrials.gov. NCT06058078
ClinicalTrials.gov. NCT03828344
ClinicalTrials.gov. NCT06731192
ClinicalTrials.gov. NCT04684602
ClinicalTrials.gov. NCT06737380
ClinicalTrials.gov. NCT03533153
ClinicalTrials.gov. NCT04896853
ClinicalTrials.gov. NCT06610773
ClinicalTrials.gov. NCT06012604
ClinicalTrials.gov. NCT05494723
Weitere Artikel

Vita 34, FamiCord AG
Nach einer Geburt ist die Versorgung des Neugeborenen und seiner Mutter das Wichtigste. Deshalb muss die Entnahme von Nabelschnurblut und -gewebe genau geplant sein und darf nur durch geschultes Kreißsaalpersonal in einer zertifizierten Geburtsklinik durchgeführt werden.

Vita 34, FamiCord AG
Hohe Qualitätsstandards sind die Grundlage für die erfolgreiche Einlagerung und Konservierung des Nabelschnurblutes. Nach der Entnahme wird das Material deshalb in Laboratorien der Stammzellbank untersucht und für die Kryokonservierung aufbereitet.
In Kooperation mit:
