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Viele junge Erwachsene sind nicht gegen HPV geimpft. Doch das Risiko sich zu infizieren, besteht ein Leben lang und auch bereits infizierte Personen können noch von der HPV-Impfung profitieren. Die Immunisierung kann daher auch bei zuvor ungeimpften jungen Erwachsenen sinnvoll sein.

HPV-Impfung: Auch nach dem 18. Lebensjahr möglich

Der Blick auf die Impfquoten zeigt, dass viele junge Erwachsene nicht gegen HPV geimpft sind. 2020 waren in Deutschland nur 54,1 % der 18-jährigen Frauen und 8,1 % der 18-jährigen Männer vollständig geimpft. [1] Die COVID-19-Pandemie hatte zusätzlich einen negativen Einfluss auf die Inanspruchnahme der HPV-Impfung. [2] Doch es gibt gute Gründe, warum die HPV-Impfung auch nach dem Erreichen des 18. Lebensjahrs noch sinnvoll sein kann:

  • Es besteht ein lebenslanges Infektionsrisiko. [3, 4] Persistierende HPV-Infektionen sind eher Einzelinfektionen, sodass eine Impfung gegebenenfalls Schutz vor den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen bieten kann. [5]
  • Bei einer natürlichen HPV-Infektion besteht weiterhin das Risiko einer Neuinfektion mit denselben HPV-Typen. [6]
  • Die STIKO bestätigt, dass Personen, die 18 Jahre oder älter sind, ohne bisherige HPV-Impfung ebenfalls von einer Impfung gegen HPV profitieren können. [6]

HPV-Impfung als Säule im Kampf gegen das Zervixkarzinom

Gebärmutterhalskrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten und den häufigsten Ursachen krebsbedingter Todesfälle weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Zervixkarzinom als präventable Erkrankung ein, welche zu nahezu 100 % durch eine Infektion mit HPV verursacht wird. [7] Eine wesentliche Säule im Kampf gegen diese Krebsart stellt die HPV-Impfung dar. [7] Die Ergebnisse einer registerbasierten Kohortenstudie konnten den Effekt der quadrivalenten HPV-Impfung auf das Risiko eines späteren Zervixkarzinoms unter Alltagsbedingungen zeigen: [8]

  • Bei Mädchen, die vor einem Alter von 17 Jahren geimpft worden waren, war das Risiko, ein Zervixkarzinom zu entwickeln, im Vergleich zu den Ungeimpften um 88 % reduziert. [8]
  • Bei Frauen, die im Alter von 20-30 Jahren geimpft wurden, lag die Risikoreduktion bei 62 % im Vergleich zu den Ungeimpften. [8]

Weitere Informationen zur Studie erhalten Sie hier.

HPV-Impfquoten im internationalen Vergleich: Deutschland liegt zurück

Im September 2006 kam der erste HPV-Impfstoff in Europa auf den Markt. [9] Der Blick auf die Entwicklung der Impfquoten in den Ländern zeigt, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterher hinkt. Laut RKI und WHO lag Deutschland 2019 bei den HPV-Impfquoten für eine vollständige Impfserie von 15-jährigen Mädchen in 25 europäischen Ländern nur auf dem 17. Platz. [10]

Auch innerhalb von Deutschland gibt es Unterschiede bei Impfquoten und Impfzeitpunkten. Aktuelle Impfquoten in Deutschland auf einen Blick erhalten Sie hier

Oftmals Kostenerstattung für die HPV-Impfung auch nach dem 18. Lebensjahr 

Viele gesetzliche Krankenkassen und auch private Krankenversicherungen zahlen (auf Nachfrage) die HPV-Impfung auch für Frauen und Männer über einem Alter von 18 Jahren. Die Verordnung erfolgt dabei in der Regel über ein Privatrezept. 

Weitere Informationen zur Kostenerstattung der HPV-Impfung bei Ü-18-Jährigen Patienten finden Sie hier.

In Deutschland herrscht Nachholbedarf bei den HPV-Impfquoten – viele junge Erwachsene sind nicht geimpft. [1] Doch auch nach dem 18. Lebensjahr kann die Impfung noch sinnvoll sein. [5, 6] Ihnen kommt daher die wichtige Rolle zu, Ihre erwachsenen ungeimpften Patienten darauf aufmerksam zu machen, dass die HPV-Impfung auch nach Aufnahme der sexuellen Aktivität noch möglich ist. Nutzen Sie das nächste Patientengespräch, um sich nach dem Impfstatus Ihrer Patienten zu erkundigen und sie über den Nutzen einer HPV-Impfung aufzuklären.

Welche Rolle Ihre Empfehlung als Arzt auf die Impfentscheidung hat, erfahren Sie hier.

Eine hilfreiche Übersicht zur Kostenerstattung für Ihre Patienten finden Sie auf Entschieden-gegen-Krebs.

Weitere Informationen finden Sie hier: GARDASIL® 9 | HOME (msdconnect.de)

  1. Robert Koch-Institut (RKI). Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance: Stand: Dezember 2022. Epid Bull 2022; 48: 1-28.
  2. Wähner C et al. Uptake of HPV vaccination among boys after the introduction of gender-neutral HPV vaccination in Germany before and during the COVID-19 pandemic. Infection 2023:1–12.
  3. Bruni L et al. Cervical human papillomavirus prevalence in 5 continents: meta-analysis of 1 million women with normal cytological findings. J Infect Dis 2010; 202(12):1789–99.
  4. Han JJ et al. Prevalence of Genital Human Papillomavirus Infection and Human Papillomavirus Vaccination Rates Among US Adult Men: National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2013-2014: (inkl. Supplementary Online Content). JAMA Oncol 2017; 3(6):810–6.
  5. Robert Koch-Institut. Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Erreger und Impfung [eingesehen am 06.02.24]. Verfügbar unter: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/HPV/FAQ-Liste_HPV_Impfen.html.
  6. Robert Koch-Institut (RKI). Ständige Impfkommission: Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut 2024: Epid Bull 2024;4:1- 72.
  7. World Health Organisation. Global strategy to accelerate the elimination of cervical cancer 2020 [eingesehen am 06.02.24]. Verfügbar unter: https://www.who.int/initiatives/cervical-cancer-elimination-initiative.
  8. Lei J et al. HPV Vaccination and the Risk of Invasive Cervical Cancer. N Engl J Med 2020; 383(14):1340–8.
  9. Paul-Ehrlich-Institut. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 03/2018.
  10. Takla A et al. Schulimpfprogramme als Lösung zur Steigerung der HPV-Impfquoten in Deutschland? – Entwicklung der Impfquoten in einer hessischen Modellregion mit Schulimpfprogramm, Epid Bull 2022;20:3-11.

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