Suchergebnisse zur Ihrer letzten Suchanfrage

Adipositas wird definiert als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts und kann mit zahlreichen, teils erheblichen gesundheitlichen Folgen einhergehen [1]. Die Lebensqualität ist zudem oft stark eingeschränkt [2].

Weltweit betrifft sie 650 Millionen Erwachsene und etwa 40 Millionen Kinder, Tendenz steigend [3]. Seit längerem wird sie daher von verschiedenen Institutionen, wie etwa der WHO, als globale Epidemie charakterisiert [4].

Knapp 60 % der Menschen in Deutschland leben mit Übergewicht und Adipositas. Insgesamt hat jede*r Fünfte mindestens eine Adipositas Grad I – bei Männern ist es sogar jeder Vierte [5]. Prognosen gehen etwa davon aus, dass bis 2030 zwischen 30 und 40 % der über 50-Jährigen von der Erkrankung betroffen sein werden [6].

 

Adipositas ist eine chronische, komplexe und multifaktorielle Stoffwechselerkrankung, die an der Entstehung von weiteren chronischen Krankheiten wie Typ 2 Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beteiligt ist [7].  Seit 2020 wird Adipositas auch vom Deutschen Bundestag offiziell als chronische Erkrankung anerkannt [8].
Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) soll auch ein Disease-Management-Programm (DMP) für Adipositas bis 2023 verbunden sein, um die Versorgungsstrukturen und damit die leitliniengerechte Behandlung von Menschen mit Adipositas langfristig zu verbessern [8].
Ungeachtet dessen und der großen individuellen Belastung durch die Krankheit, wird die Diagnose Adipositas noch immer viel zu selten gestellt. So zeigte eine Studie, dass nur 36 % der Menschen mit Adipositas eine entsprechende Diagnose erhielten [9].
Wie hoch das Bedürfnis von Betroffenen ist, mit ärztlicher Unterstützung Gewicht zu verlieren, zeigen folgende Zahlen aus einer aktuellen Umfrage*:

  • 96,3 % der Teilnehmenden ist bewusst, dass Übergewicht die Gesundheit beeinflusst.
  • Insgesamt haben bereits 37,7 % der Teilnehmenden mehr als 6 Mal erfolglos versucht ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren.
  • Und 59,2 % sind stark oder sehr stark motiviert Gewicht zu verlieren.
    • Als Hauptgrund wird genannt „Meine Lebensqualität durch eine Gewichtsabnahme zu erhöhen“ (73,4 %).
    • Gefolgt von „Gesundheitliche Risiken (Begleiterkrankungen, Lebenserwartung) durch das Übergewicht zu reduzieren“ (72,6 %).
  • 86,6 % der Teilnehmenden fänden es in Ordnung, wenn ihr Arzt/ ihre Ärztin sie auf ihr Gewicht und Möglichkeiten der Gewichtsabnahme ansprechen würde.

*Umfrage: durchgeführt von appinio im Auftrag der Novo Nordisk Pharma GmbH, befragt wurden 1000 Menschen (BMI ≥ 28 kg/m2)  in Deutschland.

Die Adipositas-Ätiologie ist komplex und multifaktoriell. Insbesondere sozio-kulturelle Faktoren scheinen eine wesentliche Rolle zu spielen. Neben einem adipositasfördernden Lebensstil – also Bewegungsmangel und Fehlernährung durch ständige Verfügbarkeit von Nahrung mit hoher Kaloriendichte – spielen auch Schlafmangel, Stress und depressive Erkrankungen eine wichtige Rolle [10].

Darüber hinaus können folgende biologische, psychosoziale sowie umweltbedingte Einflussfaktoren die Entstehung einer Adipositas begünstigen [11]:

  • familiäre/genetische Disposition
  • niedriger Bildungsstand und Sozialstatus
  • Essstörungen (z.B. Binge-Eating-Störung, Night-Eating-Disorder)
  • endokrine Erkrankungen (z.B. Hypothyreose, Cushing-Syndrom)
  • Medikamente (z.B. Antidepressiva, Neurologika, Neuroleptika, Antiepileptika, Antidiabetika, Glukokortikoide, Betablocker, einige Kontrazeptiva, Phasenprophylaktika)
  • Schwangerschaft
  • Entwöhnung vom Nikotinkonsum
  1. Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG). Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“ (2014). Im Internet: http://www.adipositas-gesellschaft.de; Stand: 21.12.22

  2. Kolotkin RL, Andersen JR. A systematic review of reviews: exploring the relationship between obesity, weight loss and health-related quality of life. Clin Obes 2017; 7: 273–289

  3. World Health Organization. Obesity and Overweight Factsheet no. 311 (2020). Im Internet: http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs311/en/; Stand: Dezember 2022

  4. James WPT. WHO recognition of the global obesity epidemic. International Journal of Obesity 2008; 32: S120–S126 Preprint at https://doi.org/10.1038/ijo.2008.247

  5. World Health Organization. WHO European Regional Obesity: Report 2022

  6. Westphal C, Doblhammer G. Projections of trends in overweight in the elderly population in germany until 2030 and international comparison. Obes Facts 2014; 7: 57–68

  7. Carretero Gómez J et al. Obesity is a chronic disease. Positioning statement of the Diabetes, Obesity and Nutrition Workgroup of the Spanish Society of Internal Medicine (SEMI) for an approach centred on individuals with obesity. Rev Clin Esp 2021; 221: 509–516

  8. Rede von Alexander Krauß, MdB, CDU, vom 3. Juli 2020. Im Internet: www.bundestag.de/mediathek?videoid=7456146#url=L21lZGlhdGhla292ZXJsYXk/dmlkZW9pZD03NDU2MTQ2&mod=mediathek; Stand: 21.12.22

  9. Caterson ID et al. Gaps to bridge: Misalignment between perception, reality and actions in obesity. Diabetes Obes Metab 2019; 21: 1914–1924

  10. Meyhöfer S, Steffen A, Kalscheuer H, Wilms B, Schmid SM. Konservative Therapie der Adipositas. Somnologie 2018; 22: 106–111

  11. Klein S, Krupka S, Behrendt S, Pulst A, Bleß HH. Weißbuch Adipositas - Versorgungssituation in Deutschland. Berlin: MWV Medizinisch wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016