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Milde COVID-19-Symptome? Weshalb eine Therapie sinnvoll sein kann
COVID-19 hat für breite Teile der Bevölkerung seinen Schrecken verloren. Ein zunehmend routinierter Umgang mit dem Virus, der zugängliche Impfschutz und das Pandemieende haben dazu geführt, dass Ängste rund um die Erkrankung zwar teilweise noch immer zu beobachten, jedoch merklich zurückgegangen sind. [5]
Der Wandel von Pandemie zu Endemie
Allerdings bringt der Wandel hin zur Endemie auch neue Probleme mit sich. Denn dieser geht mit einer gewissen Unterschätzung der Risiken einer Corona-Infektion einher. Doch noch immer hat ein beträchtlicher Teil der erwachsenen deutschen Bevölkerung ein erhöhtes Risiko, infolge einer Infektion hospitalisiert zu werden oder zu versterben. [5] Dies kann auch mit einem vollständigen Impfschutz passieren. [3] Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs wird von Betroffenen, deren Angehörigen und auch von den behandelnden Ärzt*innen zunehmend unterschätzt. [4]
Wer zählt zu den Risikopatient*innen?
Mit PAXLOVID® steht seit Anfang 2022 die erste und aktuell einzige zugelassene antivirale, orale Therapie für Menschen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf zur Verfügung. [7, 8] Zugelassen ist PAXLOVID® für erwachsene Risikopatient*innen mit akuter Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19), die keine zusätzliche Sauerstofftherapie benötigen. Ein positiver Test muss zudem vorliegen. [7, 8, 9]

2023 Pfizer Pharma GmbH
Ein Risikofaktor reicht für eine Verordnung von PAXLOVID® aus. [7]
Von milder Symptomatik bis hin zum schweren Verlauf
Bei Patient*innen mit hohem Risiko kann es innerhalb kurzer Zeit zu einer schweren Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) kommen, auch bei anfänglich milden Symptomen. [11–13]

Der antivirale Wirkstoff in PAXLOVID® ist Nirmatrelvir. Nirmatrelvir ist ein oraler Proteaseinhibitor. Er hemmt die Protease Mpro, auch bekannt als 3CL-Protease. Die Folge: Die Proteolyse, also die Aufspaltung der viralen Polyproteinketten, wird unterbunden. Diese Proteinspaltung wiederum ist unentbehrlich für die Replikation des Virus. [14] Der zweite Bestandteil von PAXLOVID®, Ritonavir, ein CYP3A-Inhibitor, dient als pharmakokinetischer Verstärker, indem er die Plasmakonzentration von Nirmatrelvir erhöht. Dadurch wird die zweimal tägliche Einnahme ermöglicht. [7]
Überzeugende Studienergebnisse
Die Daten aus der Zulassungsstudie EPIC-HR zeigen, dass unter PAXLOVID® die Rate der Hospitalisierungen oder Todesfälle jeglicher Ursache im Vergleich zu Placebo signifikant um 86 % sank. [6, 7, 19]#,* Zugleich war die antivirale Therapie sicher in der Anwendung und zumeist sehr gut verträglich. Unerwünschte Ereignisse traten während des Behandlungszeitraums in beiden Gruppen etwa gleich häufig auf. Häufigere Nebenwirkungen in der PAXLOVID®-Gruppe waren Geschmacksstörungen und Diarrhoe. [6, 7, 15, 19]
Schneller Behandlungsbeginn wichtig
Der zuvor beschriebene Wirkmechanismus zeigt auf, warum ein frühzeitiger Therapiebeginn bei PAXLOVID® so wichtig ist. Umfang und Schwere der Symptomatik sowie der auftretenden Komplikationen bei einer Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) hängen, neben dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten, auch mit der Viruslast zusammen. [15] Wird die Replikation des SARS-CoV-2 während der ersten Tage der Infektion frühzeitig unterbunden, kann die in diesem Zeitfenster stark ansteigende Viruslast wirksam reduziert werden und ein schwerer Krankheitsverlauf verhindert werden. [6,16]
Fazit
Mit PAXLOVID® steht ein orales antivirales Medikament zur Verfügung, das bei guter Verträglichkeit Hospitalisierungen und Todesfälle signifikant reduziert hat. Dies unterstützen auch die aktuellen Beobachtungsstudien, welche zeigen, dass PAXLOVID® über eine starke Wirksamkeit auch während der Omikron-Welle verfügt. [17, 18, §] Indiziert ist die Behandlung bei Risikopatient*innen mit positivem Test auf SARS-CoV-2. Von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg der Behandlung ist ein schneller Beginn der Therapie.
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- Infectious Diseases Society of America (IDSA). Understanding Risk for Severe COVID-19. [online] https://www.idsociety.org/covid-19-real-time-learning-network/disease-manifestations--complications/understanding-risk-for-severe-covid-19/#. Updated 17.01.2023. [aufgerufen am 21.02.2023].
- Robert Koch-Institut. Wirksamkeit (Stand: 7.2.2023). [online] https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/FAQ_Liste_Wirksamkeit.html. [aufgerufen am 21.02.2023].
- Der Spiegel. 2022;35:93.
- Ausblick auf das Corona-Jahr 2023: 19 Forschende unterschiedlicher Disziplinen nehmen Stellung. Der Tagesspiegel Online. 18.01.2023. [online] https://www.tagesspiegel.de/ausblick-auf-das-corona-jahr-2023-19-forschende-unterschiedlicher-disziplinen-nehmen-stellung-9198471.html. [aufgerufen am 21.02.2023].
- Hammond J et al. Oral nirmatrelvir for High-Risk, Nonhospitalized Adults with Covid-19. N Engl J Med. 2022; 386: 1397–1408. DOI 10.1056/NEJMoa2118542.
- Fachinformation PAXLOVID® (aktueller Stand)
- Informationen zu Lagevrio® und PAXLOVID®. Herausgeber: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelinformationen/covid-19-arzneimittel.html
- Rommel A et al. Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe in Deutschland. Auswertungen der Studie GEDA 2019/2020-EHIS. JoHM 2021; 6 (S2):1–15. DOI 10.25646/7858.3 Robert Koch-Institut, Berlin.
- https://www.dgiin.de/covriin/index.html#/sub/asymptomatic, letzter Zugriff 11.07.2023
- Siddiqi H, Mehra M. COVID-19 illness in native and immunosuppressed states: A clinical–therapeutic staging proposal. J Heart Lung Transplant. 2020;39(5):405-407.
- Interim clinical guidance for management of patients with confirmed coronavirus disease (COVID-19). Centers for Disease Control and Prevention. Updated February 16, 2021. Accessed April 18, 2022. https://www.cdc.gov/coronavirus/2019-ncov/hcp/clinical-guidance-management-patients.html
- Bestetti R, Furlan-Daniel R, Silva V. Pharmacological treatment of patients with mild to moderate COVID-19: A comprehensive review. Int J Environ Res Pub lic Health. 2021;18(13):7212.
- Senger MR, Evangelista TCS, Dantas RF et al. COVID-19: molecular targets, drug repurposing and new avenues for drug discovery. Mem Inst Oswaldo Cruz. 2020;115:e200254
- Higgins V et al. COVID-19: from an acute to chronic disease? Potential long-term health consequences, Critical Reviews in Clinical Laboratory Sciences. 2021;58:5, 297-310, DOI: 10.1080/10408363.2020.1860895
- Fajnzylber J et al. Massachusetts Consortium for Pathogen Readiness. SARS-CoV-2 viral load is associated with increased disease severity and mortality. Nat Commun. 2020 Oct 30;11(1):5493. doi: 10.1038/s41467-020-19057-5. PMID: 33127906; PMCID: PMC7603483.
- Arbel R, Sagy YW, Hoshen M, et al. Nirmatrelvir use and severe Covid-19 outcomes during the Omicron surge. N Engl J Med. 2022;387(9):790-798. doi:10.1056/NEJMoa2204919.
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- Pfizer Data on File.
[#] vs. Placebo bei nicht hospitalisierten Erwachsenen mit mildem bis moderatem COVID-19, die innerhalb von fünf Tagen ab Symptombeginn behandelt wurden (95-%-KI: 75–94 %) und Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf aufwiesen und bei Studienbeginn keine Behandlung mit monoklonalen Antikörpern gegen COVID 19 erhielten bzw. geplant war (mITT1-Analysesatz) [6]
[*] Nach Ausschluss von 2 Studienzentren nach dem finalen Clinical Study Report
[§] Ergebnisse aus Real-World-Studien ermöglichen nur die Generierung von Hypothesen. Allgemeine Limitationen von RWE-Daten: Potenzial für systematische Verzerrungen, einschließlich Confounding (aufgrund fehlender Randomisierung) und Auswahlverzerrungen (aufgrund der Verfahren zur Auswahl der Studienpopulation). Variabilität in der Datenqualität; klinische Variablen fehlen häufig und werden möglicherweise anders oder falsch erfasst.

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